Archiv für den Monat: November 2014

Eine Betrachtung der Geschwindigkeit

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Das Leben ist viel zu schön, als es eilig an sich vorüber ziehen zu lassen.

Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch das Recht hat, nach seinen eigenen Rhythmen zu leben und sein berufliches und privates Leben danach auszurichten. So kann es möglich sein, dass man das Leben genießen kann, auch in Stresszeiten.
Wir messen unser Leben in Zeitabschnitte. Wir teilen es ein in Zeiten für Arbeit, für Familie, Freunde oder für uns selbst, unsere Hobbys oder die Muse.
Zeit gibt dem Leben einen Sinn, es macht das Leben fassbar, durch sie lässt sich das Leben in beliebig viele Erinnerungen einteilen. Es ist eine Konstante, die je nach Gefühlslage und Terminierung unterschiedlich lang empfunden wird.
Im Verlauf der letzten Jahre herrscht jedoch in der öffentlichen Diskussion häufig eine Negativkonnotation des Begriffs Zeit vor. Die Zeit wird als unerbittlicher Gegner des Menschen dargestellt. Es herrschen Könige mit Namen Deadline, Zeitdruck oder Zeitersparnis. Das Diktat der Zeit hat uns meist in der Hand, statt wir es.

Warum sind wir trotzdem so fasziniert von der Beschleunigung der Zeit

Hat der Mensch im Laufe der Gesellschaftsentwicklung immer mehr versucht, Prozesse zu vereinfachen, so ist ihm jetzt das Tempo zu schnell geworden. Die voranschreitende Technisierung und die globale Kommunikation zollen ihre Tribute, die Vernetzung und die unendliche Erreichbarkeit schaffen private Zeitinseln ab.
Viele Menschen wünschen sich jetzt wieder Veränderungen und fühlen sich zunehmend gehetzt, sie möchten diese Beschleunigung wieder verlangsamen, wünschen sich Flexibilität und Entschleunigung.

Doch wie konnte es soweit kommen?

Hat der Mensch doch selbst diese Beschleunigung gewollt und angezettelt.
Antworten gibt die Gesellschaft selbst, die uns suggeriert, dass wir zu jeder Zeit an irgendeinem Ort der Welt sein können, real oder virtuell. Dass wir tausend Dinge erleben können, wenn wir nur wollen und dass vielzählige Möglichkeiten an der nächsten Ecke lauern. …und das alles möglichst gleichzeitig.
Dass wir nur zugreifen müssen, wenn wir wollen. Wir können zu jeder Sekunde des Tages etwas tun.
Da bekommt es der eine oder andere mit der Angst zu tun, etwas zu verpassen, zu langsam zu sein oder schlicht vom Überangebot überfordert zu sein.

Wie kann es anders laufen?

Zunächst ist es sinnvoll, einmal in Ruhe nachzudenken, was uns persönlich wichtig ist.
Wenn wir dies wissen, können wir uns fragen, wie viel Zeit wir für die wichtigen Dinge verwenden. Entweder uns fällt auf, dass den Bedürfnissen genügend Raum und Zeit eingeräumt werden, oder uns geht ein Licht auf, dass für die eher ungeliebten andauernden Pflichterledigungen mehr Zeit aufgewandt wird, als uns lieb ist.
Dann stimmt auf unserem persönlichen Zeitkonto offensichtlich etwas nicht.
Hier können bewusst gesetzte Zeitinseln im Alltag das Konto wieder ins Gleichgewicht bringen. Ruhige, entspannte Beschäftigungen, der lange Blick aus dem Fenster oder einfach mal im Bett liegen bleiben, können erste Anfänge sein. Die optimale Zeitstruktur für sich zu finden ist eben ein fortwährendes Experiment für jeden und muss dem Lebensalter und der Lebenssituation immer wieder angepasst werden.

Vielleicht können folgende Fragen inspirierend sein:

Warum ist es heute so weit verbreitet, seine Zeit zu verplanen, immer etwas zu tun zu haben?
Warum ist es offensichtlich schick, immer Termine zu haben?
Verplante Zeit, um beschäftigt zu sein?
Ist denn nicht die freie Zeit, die Muse, etwas, das ebenso sinnvoll ist?
Kann man auch online sein, ohne ständig mitreden zu müssen?
Warum können wir uns nicht gegenseitig an unsere Zeitrhythmen anpassen?
Warum vertrauen wir nicht darauf, dass, wenn jeder nach seinen eigenen Rhythmen lebt, sich die Richtigen finden, die zusammen arbeiten oder zusammen leben oder Freizeit miteinander verbringen können?
Müssen wir ständig liken, uns äußern oder Angst haben, etwas zu verpassen?

Wie machst du das?

Beste Grüße und eine gute Zeit!

Einen Blog beginnen

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Die erste Frage …oder aller Anfang ist schwer

Die Zeitansichten können Denkanstöße sein,
das war und ist jedenfalls mein Plan…

Allerdings habe ich lange gebraucht, um diesen ersten Blogbeitrag zu schreiben. Es lag schlicht und ergreifend an der Fülle der Themen, die sich ums Thema Zeit ranken.
Ich entschied mich für meine persönliche Sichtweise zum Thema Zeit.

Doch….. warum schreibe ich einen

Blog

und warum sollen ihn andere lesen? Wie macht man sich unabhängig von all den Aussagen und Texten anderer Menschen, die auch schon ähnliches oder gleiches publiziert haben?  Was macht meinen Stil und meine Darlegung der Dinge aus.

Es ist meine persönliche Sicht, mein Empfinden der Zeit, in der ich Dinge erledige oder nichts tue und wie ich sie beschreibe.

Die Zeit ist so individuell wie es Menschen gibt. Kategorisieren kann man sie höchstens, wenn man Menschen als zu ihrer Kultur zugehörig einteilt. Jede Kultur hat ihre eigene Zeitrechnung. Ansätze können hier sein von „Zeit ist Geld“ bis „Zeit, in der Ereignisse passieren, die man nicht geplant hat“. Wichtig ist ein Gleichgewicht zu finden, welches die Zeit, in der man seine Existenz erwirtschaftet und der Zeit, in der man sein privates Konto füllt, d.h. in dem man sein soziales Sein nährt, findet.

Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Gewichtung ich eigentlich meinem Leben zu Grunde legen möchte. Aufgewachsen mit dem Hinweis, das erst die Arbeit, dann das Vergnügen zählt, hat mich diese Lebensanschauung jahrelang begleitet und mir die Sicht für eine andere Auffassungen grundlegend verwehrt.

Es ist jeden Tag auf neue spannend, was alles passieren kann. Es gibt Fixpunkte, die jeden Tag bestehen, es gibt Ideen, was geschehen könnte, aber es herrscht auch ein großer Anteil an Flexibilität und Unwissen, sowie eine Neugier auf das Unbekannte, das Erkenntnisse zu Tage fördert, die mir nie in den Sinn gekommen wären.

Dass ich auf diese große Errungenschaft gestoßen bin, verdanke ich einer Zeit, in der ich mich nur von Ereignissen leiten ließ, die es mir ermöglichten, eine Sache vom Anfang bis zum Ende fertig zu denken. Aber auch abrupt zu beenden, sobald der Sinn verloren ging. Nun habe ich wieder Aktivitäten aufgenommen, die sich nach der Uhrzeit richten. Neben der von der Uhrzeit bestimmten Arbeiten habe ich mir aber Zeiträume bewahrt, die sich nach der Länge von Tätigkeiten und Ereignissen richten können, die mal kürzer, mal länger sind.
Wichtig ist mir die Gewichtung gefunden zu haben zwischen der von Uhrzeiten bestimmten Aktivitäten und denen, die vom Ereignis an sich bestimmt sind.

Fazit

Mir bleibt bei der Beantwortung meiner Eingangsfrage, warum überhaupt einen Blog schreiben keine andere Antwort, als die des Müssens.

Aus der Liebe zum Wort, ob gelesen oder aufgeschrieben, leitet sich die logische Konsequenz eines öffentlichen Blogs ab.
Schreiben ist Nachhaltigkeit, Veröffentlichungen machen anderen den Weg frei sich zu äußern und in einen Austausch zu gehen, gemeinsam neue Perspektiven zu ergründen und auszuloten.

Gute Zeit!