Archiv für den Monat: Februar 2015

Dankbarkeit für Veränderungen

#16

Mara Stix fragt in ihrer Blogparade nach der Bedeutung von Dankbarkeit.

Welch großes Wort -DANKBARKEIT-

Ich bin für so vieles in meinem Leben dankbar, für die Lieben, für meine Familie und Freunde und für meine Erfahrungen alleine und mit anderen.


Dankbarkeit ist ein Eingeständnis sich und der Welt gegenüber, dass Erfahrungen gemacht worden sind, die uns wachsen lassen und uns auf unserem Weg weitergebracht haben.

Dazu gehören neben all den glücklichen Momenten auch die unbequemen, auch Krisen, Sackgassen und Irrwege genannt.

Irrwege

Irrwege und Fehler machen gehören im Leben eines Menschen dazu. Durch sie formt sich das Individuum. Es lernt und nimmt Rückschläge an, um gestärkt und verändert daraus hervor zu gehen.
Manchmal gehen wir aber so lange in die falsche Richtung, ohne es überhaupt zu merken.
Wenn wir es dann bemerken, sind wir schockiert. Diese Art von Rückschlag ist so hart, dass sich ein Gefühl von Versagen einstellt.
Meist passiert dies nicht aus heiterem Himmel, es ist ein schleichender Prozess. Viele Dinge und Entscheidungen haben im Rückblick zu dem Ergebnis, „es geht nicht mehr weiter“, „es ist komplett fehl gelaufen“, geführt.
Unbewusst haben wir immer nach derselben Entscheidungsmatrix agiert.
Wir haben eine Ausbildung nicht beendet, sind immer wieder umgezogen, haben immer einen Partner verlassen oder sind verlassen worden oder sind immer wieder im entscheidenden Moment weggelaufen, diese Liste ließe sich lange fortsetzen.

Unbewusste Muster wie ich „schaffs ja sowieso nicht“, „niemand ist gut genug für mich“ oder „das war jetzt wieder nicht das Richtige für mich“ haben viele Entscheidungen immer wieder beeinflusst und uns nie eine wirkliche Wahl gegeben.
Unweigerlich sind wir in eine Sackgasse getrieben worden.
Wenn wir diese Muster aufdecken, so sind wir an unsere persönlichen Grenzen gestoßen.

Erkannt?

Wir haben plötzlich das Gefühl fest zu stecken und in einem Loch gefangen zu sein.
Es stellt sich das dumpfe Gefühl ein, dass es um etwas anderes geht, als bloße Fehlerkorrektur. Das Leben scheint uns auf etwas hinzuweisen, was noch nicht bewältigt worden ist. Und das unermüdlich, bis es erkannt wird.
Wir stehen ohnmächtig da und fragen uns: „warum muss ich immer wieder Chancen kurz vor Schluss sausen lassen“, „warum bleibt kein Mann oder keine Frau bei mir“, „warum finde ich nicht den passenden Arbeitsplatz oder die passende Wohnung? “
Wir waren doch jedes Mal aufs Neue so voller Hoffnung, ohne Fehl und Tadel und trotzdem sind wir nicht erfolgreich oder zufrieden geworden.
Dieses Mal musste es doch klappen, weil wir dieses Mal glaubten, alles bedacht zu haben.
Und trotzdem war das Ergebnis immer das Gleiche, wir haben es nicht geschafft glücklich zu werden.

Stehen bleiben

Wenn wir endlich nach der zigsten Enttäuschung stehen bleiben, innehalten und uns eingestehen, hier geht es nicht weiter, folgt erst einmal eine unglaubliche Traurigkeit und ein Gefühl, sich selbst überhaupt nicht mehr zu kennen.
Wir fühlen uns nicht angenommen, wertgeschätzt oder schlicht gesehen.
Wir fangen an Fragen zu stellen:

„Konnte ich mich nicht entscheiden“, „verdrängte ich Tatsachen“. „Rannte ich weg oder hatte ich schlicht nicht den Mut zum Risiko, tat ich vielleicht nicht genug?“ „Wollte ich Sicherheit und unter meinen Möglichkeiten bleiben?“ „Wollte ich den Weg des geringsten Widerstandes?“

Erste Schritte

Sich diese Fragen zu stellen ist der erste Weg, zu seinem individuellen Kern vorzudringen. Sich selbst wieder neu kennen zu lernen, Muster aufzudecken und das Scheitern schonungslos zu betrachten, nicht wieder davon zu rennen oder in blinden Aktionismus zu verfallen.
Wenn wir diesen Schritt angegangen sind, so können wir langsam loslassen und die eigenen Schwächen und Grenzen annehmen.
Denn, ich glaube, wenn wir uns immer wieder davor verschließen, werden diese Gefühle und Forderungen unseres Unterbewusstseins immer wieder an die Oberfläche gespült.
Durch Gespräche, Aufschreiben oder anderen Formen des Sich-Selbst- Bewusst machen kann eine wirklich neue Richtung eingeschlagen werden.
Wir können uns erneut Fragen stellen wie:

„Was kann ich aus meiner Krise lernen “, „wofür bin ich dieser Zeit dankbar“, was macht mich wirklich aus“, oder hinter welchen Mustern habe ich mich immer unbewusst versteckt?“

Wenn wir für diese Fragen positiv eingestellt sind und ehrlich zu uns selbst sind, tut sich uns ein neuer Weg auf.
Eine Richtung, die bedacht ist, sich Zeit lässt und in der die eigene Persönlichkeit steckt, die JETZT da ist, die das Leben JETZT formt.

Fazit

Im Festhalten und Verharren kann sich keine Dynamik der Lebendigkeit einstellen, kein neues Leben, keine neuen Erfahrungen und kein Älter werden.
Veränderungen stiften Sinn, die Dinge mal aus einer anderen Warte betrachten, sich selbst den Druck und Zeit nehmen. Seine Stärken neu bewerten und seine Schwächen integrieren.
Ich zitiere am Schluss gerne Winston Churchill, der so passend meinte „Die Veränderung ist der Meisterschlüssel“

Für das Annehmen der Sackgassen und den Mut der Veränderung bin ich enorm DANKBAR!

Gute Zeit!
Tina

Münsterperlen 1

#15

Ab heute starte ich eine neue Reihe – die Münsterperlen – hin und wieder möchte ich hier von schönen Orten, Dingen oder Besonderheiten meiner derzeitigen Wohnstadt berichten .

Ich beginne mit dem Landesmuseum für Kunst und Kultur. Zu den Museen in Münster habe ich eine recht gute Beziehung, doch hat es eine Weile gedauert, bis ich endlich durch die Türen und in die Ausstellungsräume gegangen bin.
Das schöne neue Landesmuseum für Kunst und Kultur – wie lange wollte ich hier schon hin, immer wieder hab ich es verschoben –
Gestern war es aber endlich soweit, ich habe das von Grund auf sanierte Kunstmuseum besucht, Dauer- und Sonderausstellung mitgenommen und war sehr beeindruckt.

…eine kleine Geschichte des Museums

Entstehung
Entstanden ist es aus dem 1831 gegründeten Westfälischen Kunstverein und dem 1825 gegründeten Verein für die Geschichte und Altertumskunde Westfalens. Erster widmete sich der christlichen Kunst aus Kirchen und Klöstern Westfalens, zweiter den archäologischen Funden aus der Region wie Münzen, Büchern und landesgeschichtlichen Dokumenten.
Zunächst war das Museum ab 1836 im Stadtkeller am Prinzipalmarkt beherbergt.
Nach einem Zusammenschluss mit dem 1872 gegründeten westfälischen Provinzialverein für Wissenschaft und Kunst entstand die Planung für den heutigen Altbau am Domplatz im Stil der Neorenaissance.
Der Neubau bekam den Namen „Landesmuseum für die Provinz Westfalen“, welcher 1908 seine Eröffnung feierte.

1908- 1945
In den ersten Jahren vor dem Nationalsozialismus konnten Ausstellungen impressionistischer und expressionistischer Kunst realisiert werden. Schwerpunkt blieben jedoch Sammlung und Ausstellungen der Kunst und Künstler Westfalens.
1934 wurde das Museum abermals umbenannt in das „Landesmuseum für Kunst und Kunstgeschichte der Provinz Westfalen“.
1937 bekam das Museum Gebäudezuwachs durch die Anmietung des Nachbargebäudes an der Rothenburg, die fortan Sonderausstellungen zeigte.
Auf Grund der Ausrichtung des Museums, wurden im Zuge des Nationalsozialismus nur wenige moderne Bilder konfisziert. Im Laufe der Zeit von 1933- 1945 unterlag das Museum staatlichen Restriktionen, an die es sich im Großen und Ganzen auch hielt.
1941 wurde das Museum durch einen Bombenanschlag stark beschädigt. Die Sammlungen konnten zu großen Teilen gerettet werden, in dem sie auf umliegende Schlösser ausgelagert wurden.

Endlich wieder Freiheit der Kunst, nach 1945
Nach dem Kriege und dem Wiederaufbau des Museums entwickelte sich die Ausrichtung weiter in Richtung Moderne. Die ehemals starke Fokussierung auf die Kunst Westfalens wurde aufgeweicht, sie wich einem breiteren Spektrum an Kunst, was sich in der neuen Einrichtung der „Galerie der Moderne“  und der Ausstellung von im Nationalsozialismus verbotenen Künstlern wieder spiegelte.
Der kulturpolitische Auftrag der Schau regionaler Kunst blieb dennoch erhalten und manifestierte sich in der Gründung der landesgeschichtlichen Abteilung 1957.
Um die anwachsende Sammlung ausstellen zu können wurde 1974 ein Neubau geschaffen, der an den Altbau anschloss. In den weiteren Jahren konnte die Sammlung des 20. Jahrhunderts mehr und mehr erweitert werden.
Im Jahre 1977 wurden zum ersten Mal die „Skulptur Projekte“ in Zusammenarbeit mit Kaspar König initiiert, die sich nicht nur auf den musealen Bereich, sondern verteilt auf die Stadt Kunstraum schuf. Die Skulptur Projekte finden seit dem alle 10 Jahre in Münster statt.
In den nächsten Jahren folgten goldene Jahre für das Museum. Eine große August Macke Ausstellung fand große Beachtung wie auch eine Ausstellung zum Westfälischen Frieden oder bedeutender Goldschmiedekunst Westfalens.

Heute
Der letzte wegweisende Einschnitt erfolgte im Jahr 2009. Der ehemalige Neubau musste auf Grund von starker Sanierungsbedürftigkeit abgerissen werden. Es folgte eine 5 jährige Bauzeit, bis Ende 2014 der Neubau in seiner heutigen Gestalt entstand.
Seit 2013 lautet der offizielle Titel des Museums nun „LWL Museum für Kunst und Kultur“.
Das Museum ist mit seinen 300000 Exponaten und einer aktuellen Ausstellungsfläche von 7500 qm, 51 Dauerausstellungsräumen und 6 Sonderausstellungsräumen eines der größten Nordrhein- Westfalens. Heute bietet das Museum neben den Ausstellungen ein vielfältiges Kulturprogramm. Es veranstaltet Diskussionen, Performances, Konzerte, Veranstaltungen wie Familiensonntage oder die Nacht der Museen, welche dem Auftrag der Kunstvermittlung gerecht werden.

Persönlicher Eindruck

Das Entree verspricht Größe, Großzügigkeit und eine klare Linie. Es ist hell und puristisch gehalten, links und rechts gehen Treppenaufgänge nach oben. Licht fällt von großen Glasfenstern an der Decke voll und hell hinunter. Die versprochene Offenheit und Präsentation von 1000 Jahren Kunst mit 1200 Exponaten ist voll und ganz umgesetzt.
Ich bin begeistert von der Architektur, von den Menschen, die dort arbeiten, bis zur Innenausstattung, die der Kunst einen passenden Rahmen gibt.
Der Museumsrundgang ist klar ersichtlich, ich steige die Treppe hinaus in die erste Etage und beginne im 11. Jahrhundert..
Ich trete in einen blauen Raum hinein, in dem ein sehr großer Jesus am Kreuz hängt und folge den westfälischen Malerspuren vom 11. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Farben und Darstellungen wandeln sich von dunkel, düster und bizarr über real und rational bis hin zu abstrakt und sehr verfremdet. Ich verlasse die Dauerausstellung und trete aus einen puristischen Raum mit einem etwas anderen Kreuz wieder hinaus in Richtung Foyer.
Die Aufteilung der Räume und ihre Farbkonzepte lassen mich staunen und bezaubern mich mit ihrer Intensität.
Obendrein stimmt der Preis für 1000 Jahre Kunst und Kultur und eine Sonderausstellung.
Nebenbei bemerkt, Kasse, Garderobe und WC sind endlich mal vernünftig angeordnet.
Wirklich nettes Personal und Freundlichkeit haben den Vormittag wie im Fluge vergehen lassen.
Di- So 10-18 Uhr

Danke… liebes Museum, ich komme wieder.

Fazit zur Kunst:
Ich liebe Kunst! Kunst ist frei, sie entfaltet sich aus dem Moment, aus einer Stimmung, einer Phase, sie ist ohne Beschränkung. Kunst ist wie ein Vogel.
Kunst ist wie ein Narr, der betroffen, verstören und begeistern kann.

Gute Zeit!

Quellen:
Homepage des LWL Museum für Kunst und Kultur
Wikipedia Eintrag zum Museum