Archiv für den Monat: Mai 2015

Streiks der sozialen Arbeiter

#26

Kein Interesse

Mein Berufsstand streikt und keinen interessierts.
In den großen Zeitungen rangiert das Thema irgendwo dazwischen.
Ich bin entsetzt.

Protesters crowd walking in a demonstration - vector illustration

Protesters crowd walking in a demonstration – vector illustration ddd-01 by isaxar, fotolia.de

Bahn, Post oder Industrie Streiks sind immer Schlagzeilen wert.
Aber die Arbeit am Menschen offensichtlich nicht.
Ich bin Sozialarbeiterin und als solche Akademikerin. Im Vergleich zu anderen Professionen mit Studium aber diejenige, die am wenigsten Verdienst hat. Gut, gestört hat es mich hin und wieder, aber diesen Job macht man ja aus Idealismus und nicht des Geldes wegen.
Aber weit gefehlt, so richtig ist das auch nicht. Ich will schon entsprechend entlohnt werden, für das was ich mache.

Es reicht

Jetzt gehen die Sozialberufe in der Kinder- und Jugendarbeit auf die Strasse, sie brauchen eine moralische Aufwertung und dem zur Folge, eine Höhergruppierung und mehr Geld für ihren Dienst am Menschen.
Wir arbeiten mit dem Menschen und versuchen kleinen wie größeren, gehandicapt, straffällig, oder , oder Perspektiven und Sinn aufzuzeigen in einer Gesellschaft oder Gemeinschaft zusammen zu leben.

Der Beruf des Aufpassers, auf all jene in der Gesellschaft, die sich in irgendeiner Form nicht selbst vollständig versorgen können, ist auf dem Prüfstand.
In der Wohlstandsgesellschaft sollen am besten nur gesunde leistungsstarke Menschen und Macher agieren.
Alle, die da nicht reinpassen oder schlicht zu klein sind, werden betreut. Und sie sollen gut betreut sein, mit Förderung, Resozialisierung und Inklusion.

Die Gesellschaft will Mitglieder, die Steuern bezahlen und selber fleißig Kinder bekommen sollen, aber gut investieren will sie nicht.
Und wo wenig Verdienst, da wenig Bewerber und Menschen, die Lust haben diesen Beruf überhaupt zu ergreifen.
Und der Bedarf an gutem Personal steigt ständig.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die Zeit zur Veränderung ist so günstig wie nie. Viele, viele Kollegen und Erzieher gehen jetzt oder morgen oder auch nächste Woche  auf die Strasse, um für einen Berufsstand zu werben, der allen sehr am Herzen gelegen sein müsste.
Schließlich sind wir die Vertrauten eurer Kinder neben euch.  Schließlich betreuen wir die, die es alleine nicht  schaffen oder die auf die schiefe Bahn geraten sind, und, und, und.
Und das soll auch so bleiben…

Ich bitte alle, die Streikenden zu unterstützen, auch wenn man selbst betroffen ist und seine Kinder irgendwo anders unterbringen muss.

Gute Zeit!

Eine Entscheidung für dich selbst treffen

#25

Der schöne Mai lädt mich ein, über ein Thema zu schreiben, welches uns jeden Tag mehr oder weniger fordert.
Wir müssen uns permanent entscheiden.

Blitzentscheidungen

Manche Entscheidungen sind so schnell getroffen, dass es gar nicht auffällt, dass man vor einer Wahl stand. Morgens schaue ich in meine Teedose und stehe vor einer Auswahl an 10 verschiedenen Tees, ich nehme instinktiv den richtigen für den jeweiligen Tag.
Diese Entscheidung  habe ich blitzschnell getroffen.

Entscheidungen, wobei die Möglichkeiten noch gar nicht ausgelotet sind.

In mir macht sich ein mulmiges Gefühl breit, das mich immer unglücklicher macht. Ich spüre, dass ich mich entscheiden müsste, aber ich kenne die Wege noch nicht.
Solche Situationen sind risikobehaftet, weil ich mich für eine neue Richtung entscheiden muss und  keine Ahnung habe, was mich erwartet.
Da heißt es ausprobieren, mögliche Wege einmal abgehen und sich hineinfühlen, ob etwas dabei ist.
Ich muss einfach warten und geduldig sein, bis mir klar wird, zwischen welchen Möglichkeiten ich mich entscheiden kann.
In diese Situationen passen Schüler, nach ihrem Schulabschluss oder Menschen, die in der Mitte des Lebens eine zweite Karriere beginnen. Für welchen Beruf entscheide ich mich und wie finde ich heraus, welcher der richtige ist?

Sicher entscheidest du dich auch mal falsch, aber auch das gehört zum Leben dazu. Ausführlicher habe ich mich mit dem Scheitern, bzw. einer falschen Entscheidung in meinem Post Dankbarkeit für Veränderungen beschäftigt.

Wie auch schon bei der inneren Balance, möchte ich dir wieder Sätze vorstellen, die uns in Entscheidungssituationen begegnen. Sie sollen dich bestärken, dass du auf eine Lösung kommst, früher oder später. Und dass du auf dich vertrauen kannst.
Ich würde mich sehr freuen, wenn du noch Ergänzungen für die Liste hast und sie mir mitteilst.

…für Möglichkeiten: sie nutzen; akzeptieren, dass nicht alles gleichzeitig möglich ist und die Wahl einer Möglichkeit manchmal andere Möglichkeiten ausschließt; für Verbindlichkeit.

…für dich selbst: deine Ecken und Kanten, mit denen dich das Leben beschenkt hat und die dich so unverwechselbar machen, nicht mehr darüber nach denken, was andere sagen, und was sie über dich denken könnten.

…für die Liebe: endlich ja sagen, einmal ankommen und bleiben, für die Liebe kämpfen und nicht bei der ersten Unstimmigkeit alles hinschmeißen.

…für den Traum: endlich alles dafür geben, den Mut aufbringen und ihn verwirklichen.

…für Kinder: es wagen, sein Leben durch Kinder zu bereichern, ein Stück deiner selbst weitergeben und einen Menschen beim Großwerden begleiten.

für das Leben: es endlich in vollen Zügen genießen.

Danke fürs Lesen und eine gute MAIzeit!

Tina