Kategorie-Archiv: Technik

Hilft uns die digitale Gesellschaft bessere Menschen zu werden?

PC Innenleben by Rainer Sturm; pixelio.de

PC Innenleben by Rainer Sturm; pixelio.de

#12

Wo befindet sich die analoge Gesellschaft im Jahre 2015?

Das Jahr ist doch erst 3 Wochen alt und Silvester kommt dir vor, als läge es schon ein halbes Jahr zurück. Von der Besinnlichkeit ist nicht mehr viel übrig.
Es ist laut, hektisch und schnell, vielerorts Gewalt, darüber herrschende Rat- und Hilflosigkeit in Diplomatenkreisen, Angst bei vielen Menschen, an vielen Orte. Wütende Bürger, die ihre Meinung halbwegs frei äußern, wo es möglich ist. Demonstrieren ist wieder angesagt.
Zwischendurch hochglanzpolierte Gesichter, trashige Fernsehformate und mehr oder weniger interessante Berichte aus allerlei Sparten, gerne mal alle paar Jahre in Wiederholung, hübsch aufbereitet.
Die Gesellschaft befindet sich zwischen der Zeile, in einem Schwebezustand, alles scheint auf dem Prüfstand zu sein.
Vieles in Bewegung, vieles im Aufbruch begriffen. Lust an der Veränderung, aber auch eine große Angst davor.
Die Politikverdrossenheit von gestern, das horrende Wirtschaftsstreben, Karrieredenken und der Leistungsdruck haben sich gewandelt. Menschen haben keine Lust mehr sich für Geld vollends zu verausgaben, sie wollen sich wieder mehr beteiligen, wollen mitmischen, wollen selbst bestimmt sein.

Und hier..

Hierzulande, mit vielen sicheren Arbeitsplätzen, müssen sich die meisten Menschen gerade nicht um ihre materielle Existenz Sorgen machen, sondern haben Zeit sich mit ihrer moralischen Existenz und ihrer Rolle als Souverän in einer Demokratie auseinander zu setzen.
Menschen solidarisieren sich und wenden sich ab von den langweiligen parlamentarischen Debatten, die ihr tägliches Leben in keinster Weise widerspiegeln. Menschen wollen sich wieder unmittelbar beteiligen, möchten sich über Hirarchieebenen. Statusebenen oder Gesellschaftsschichten solidarisieren. Etablierte Parteien verlieren sich in der Bedeutungslosigkeit und fragen sich warum.
Viele junge Menschen möchten nicht mehr ausschließlich Karriere machen, sondern fragen sich, was kann ich fernab des Berufs für Zeichen setzen, für mich alleine und für die Gesellschaft. Der Drang seinem Leben einen Sinn zu geben und ihn mit anderen zu teilen, wird spürbar größer und macht sich mal mehr mal weniger in den Gesellschaften auf der Welt breit.

Die digitale Gesellschaft

Dazu hat sicherlich der hohe technische Standard beigetragen. Laut statistischen Bundesamt haben 2013 ca. 84% der deutschen Haushalte einen Internetanschluss 85% einen Pc, im Vergleich mit dem Jahre 2003 sind das Steigerungsraten um nahezu 100%, bzw. 50%, 2003 lag der Besitz eines Pc bei 65% und der eines Internetanschlusses bei 46%.
Eine rasante Entwicklung der Vernetzung liegt hinter uns, parallel dazu stieg selbstredend der Mobiltelefonbesitz von 72% auf 92% an. Als Folge der hohen technischen Ausstattung vieler, wurden Netzwerke programmiert und die globale Welt rückte digital näher zusammen.
Werden die Netzwerke dann tatsächlich zum Netzwerken und nicht zur sinnlosen Selbstdarstellung oder Diffamierung benutzt, sind sie Gold wert. Hier hat jeder die Chance völlig barrierefrei und vor allen Dingen unabhängig von Herkunft oder Status seine Meinung zu äußern. Wir merken, wie viele Menschen gleich oder ähnlich ticken. Aktuell die Facebookgruppen, die sich spontan gründen und in Windeseile einen starken Zulauf haben, befördern diese basisdemokratischen Strömungen, regional wie global. Wie schnell sich eine Gemeinschaft zusammenfinden kann, die auf Werte setzt, deren oberstes Ziel der Respekt und die gegenseitige Verantwortung ist, nicht zuletzt die, die wir gegenüber unseren Nachkommen haben.
Die Menschen wollen wieder mehr Qualitätszeit, wie ich es vor Wochen mal auf einem Ankündigungsplakat für eine Party lesen konnte.

Bleibt noch die Beantwortung der Eingangsfrage. Sind wir jetzt bessere Menschen durch die Technik?
Ich glaube, die Technik macht es leichter möglich, Gutes und Sinnvolles schneller zu verbreiten. Leider ist aber auch der umgekehrte Fall möglich, Diskriminierung und Schrott können ebenso schnell veröffentlicht werden.
Also kann ich die Frage abschließend nur mit Nein beantworten, denn Gutes kommt letztendlich von innen. Gut zu sein ist eine Überzeugung, die Technik nicht herbei zaubern kann.

Gute Zeit!

CES vs Ethik der Informations- und Kommunikationstechnologie

#9

Auf der jährlich stattfindenden CES in Las Vegas werden neuste elektronische und technische Erfindungen vorgestellt, die sich zu Standards entwickeln wollen.
Dies ist in erster Linie der Weiterentwicklung geschuldet, und es ist normal und gut so, sollte jedoch kritisch beachtet werden.

Wohin führt das? Und was gilt es zu beachten

Es führt zu immer mehr Abnahme an Tätigkeiten, sei es die Heizung oder andere Haushaltsprozesse zu programmieren , statt sie selbst zu regulieren.  Es führt dazu, dass immer weniger Menschen in Aktion miteinander treten, sondern eher in Kommunikation mit denen von ihnen programmierten Maschinen.

Wie schon in meinem Beitrag über den Film von Sven Opitz angemerkt, ist es immer mehr von Bedeutung zu unterscheiden, wo Technik Erleichterung bietet, die beeinflussbar ist und wo sie uns vorgaukelt, etwas zu erleichtern, das uns in Wahrheit aber die Freiheit der Selbstbestimmung nimmt.

Hierzu habe ich zwei sehr interessante Seiten verlinkt, die uns leicht und verständlich Trends sowie Werte und Grundhaltungen auf unserem Weg in der digitalen Gesellschaft vermitteln.

Das Fraunhofer Institut stellt einen gegenwärtigen Überblick über Trends von Soft- und Hardware, sowie Sicherheit in der digitalen Welt in kurzer und verständiger Sprache dar.

Die Gesellschaft für Informatik, die sich aus hochrangigen Vertretern der Informatik aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammensetzt, hat schon 1994 (erste Fassung) Ethische_Leitlinien für Informations- und Kommunikationstechnologie verfasst, die in allen Prozessen der Technisierung und Computerisierung allgegenwärtig sein sollten und vor allen Dingen den Menschen an sich, der im Gegensatz zu Maschinen unberechenbar bleibt als oberstes Kriterium an erster Stelle stehen lassen.

Wie wirkt sich das auf den Otto Normalverbraucher aus?

Die rasante Beschleunigung der Technologie verursacht bei vielen Menschen Probleme, sie werden unter Druck gesetzt. Sie haben Probleme sich abzugrenzen und sich sicher und unbeobachtet zu fühlen.

Aber der gesellschaftliche Sog der Beschleunigung in allen Belangen, sowie die Globalisierung, sprich das Agitationsfeld des Einzelnen , dessen Radius sich mittlerweile äquatorial- gleich auf den ganzen Globus bezieht, machen schlichtweg Angst, Angst vor Überforderung und Angst am Rand zu stehen, bzw. es nicht mehr zu verstehen.
Einige haben Probleme damit, ihre Kinder zu erziehen, da sie die rasante Beschleunigung mit erhöhtem Leistungsdruck verwechseln, statt mit immer sensiblerer Selektion, was man an Wissensstandards seinen Kindern anbieten soll, ohne sie zu überfordern. Immer mehr Menschen leiden an psychischen Verstimmungen und wissen sich nicht zu positionieren und ihren Platz einzunehmen. Sie leiden unter Zeitdruck und Stress und dem ständigen „Nicht- fertig- werden“ von was auch immer.

Dabei sollte doch in erster Linie eine ethische Grundlage vermittelt werden, die Leistungsdruck und damit auch Zeitdruck kritisch beäugt und eine eigenständige Sicht der Dinge hervorbringt.
Hinzu kommt die Angst vor Datenverlust und -missbrauch, sowie das uneingeschränkte Recht auf Informationsfreiheit und Nutzung.

Pamphlete der Gesellschaft für Informatik und Trends von führenden Instituten müssen so in das Bewusstsein der Mehrheit eindringen, dass ihnen die Angst genommen wird und sie sich frei entscheiden können, was sie nutzen und wie sie es nutzen und was mit ihren Daten geschieht.

Fazit

Eine strengere Kontrolle und stichprobenartige Untersuchungen in der Wirtschaft müssen gesetzlich festgeschrieben sein, um den Bürger vor Datenmissbrauch zu schützen. Außerdem das Recht aller Bürger auf einfache und transparente Erklärung neuster Technologien und Erneuerung bestehender technischer System, welche Sicherheit und eine effektive Nutzung für jedermann zur Folge hat.

Gute Zeit!