„Der große Trip“ – eine Buchempfehlung –

wanderstimmung_mit-Gegenlicht_Rainer_Sturm

Wanderweg mit Gegenlicht by Rainer Sturm; pixelio.de

#13

oder einfach nur ein ganz feines Buch

Kennst du das? Du liest ein Buch und es fasziniert dich sofort, entführt dich in eine andere Welt und in ein anderes Leben. Ein Glücksfall.

So geht es mir gerade mit dem Buch „Der große Trip“ von Sheryl Strayed.
Ich bin auf dieses Buch durch den jetzt erschienen gleichnamigen Film „Der große Trip – Wild“ aufmerksam geworden.
Normalerweise habe ich mit amerikanischen Autoren wenig am Hut. Der Stil und die Story kommen mir immer vor, wie Reklame und großes Kino mit kleiner Message.

Aber diese Geschichte, die autobiographisch ist, fesselt mich, trifft mich im Herzen.
Die Story handelt von einer Frau, die den legendären Fernwanderweg Pacific Crest Trail abwandert, um ihr großes Loch im Herzen wieder zu stopfen, um zu alter Stärke zurück zu finden.
Eine Geschichte – die von Wildheit, schwerer Kindheit, großer Mutterliebe, Tod und Trauer handelt- bestärkt, macht Mut, ist wunderschön farbig und ungeschönt beschrieben.

Sheryl Strayed hat eine Gabe fesselnd ihr Leben und diese außergewöhnliche Erfahrung mit uns zu teilen. Ihre innere Gefühlswelt beschreibt sie derart nah, die sie umgebende Natur so fühlbar echt, dass man beständig das Gefühl hat, mit ihr diesen Weg zu wandern und sich zwischen drin ertappt, selbst auf Wanderschaft gehen zu wollen, um sich selbst ungeschminkt zu begegnen.
Es ist ein Buch, welches eine Frau beschreibt, die nur durch den Zufall und ihre Intuition bestärkt ein solches Wagnis, trotz Unerfahrenheit, auf sich nimmt.
Sie war keine Wanderin oder erfahrene Backpackerin, sie war eine Suchende, die sich nur von einem vagen Gefühl inspiriert sah, diese Wanderung zu unternehmen, um ihr Seelenheil zu finden.

Es ist ein Buch für Frauen.
Für uns, die wir träumen und uns wünschen, Mensch zu sein und die grenzenlose Weite unseres Daseins aus zu kosten.
Es ist für uns, weil wir stärker und unabhängiger sind, als wir glauben.
Weil wir nicht nur hübsch sind und uns auf Äußerlichkeiten verlassen sollen.
Weil wir Dinge tun können, von denen wir gar nicht wissen, dass wir es können.

Es ist ein Buch für alle, die sich selbst nicht verzeihen können, die mit sich hadern, die ein großes Päckchen mit sich herumtragen und fast daran zerbrechen.
Es ist für jeden, der suchend ist und die Hoffnung nicht aufgibt, gefunden zu werden und Hinweise zu erkennen, die wieder Mut machen die alte Zeit hinter sich zu lassen und in eine neue aufzubrechen.
Dass es sich lohnt alte Wunden nicht wieder aufreißen zu lassen, sondern sie heilen zu lassen.

Es geht tief, dieses Buch, es erinnert an eigene Träume, die verschüttet sind und sich immer wieder zu Wort melden, aber einfach wieder weg geschoben werden.
Träume, denen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, weil sie der Stoff sind, aus dem unser Glück besteht und sich daraus unsere Zuversicht, unser Vertrauen und der tiefere Sinn unseres eigenen Daseins nährt.

Fazit

Literatur ist so vielfältig wie es Bücher gibt.
Dies ist ein Buch, welches ganz nah dran ist am Menschen und seiner individuellen Zeit und wie er damit umgegangen ist, wie er aus der Vergangenheit lernt und sich zukünftig seiner Zeit und seiner eigene Lebensweise bewusst wird.

Es lohnt sich immer wieder aufzustehen, seine Zeit zu überdenken, seine Träume, seine Wünsche.
…ob du jetzt in den Bergen wanderst, oder durch die Tiefen deiner Seele.

Gute Zeit!

2 Gedanken zu „„Der große Trip“ – eine Buchempfehlung –

  1. Tina Artikelautor

    Liebe Dagmar,
    ich danke dir von Herzen für die Aufforderung Träume zu teilen, auch für das Teilen deines Traums von der wilden Natur Amerikas. Ich arbeite daran die Zeitansichten mehr publik zu machen. Toll, dass du mit liest, und mir dadurch Mut machst, meinen Traum ein Stück weit zu leben.
    Danke!
    Liebe Grüße
    Tina

    Antworten
  2. Dagmar Hofmann

    Das Buch von Sheryl Strayed hört sich in der Beschreibung sehr echt und verlockend an. Ich würde gern auch ein Buch lesen, welches mir mehr Möglichkeiten, und weniger Einschränkungen verspricht, die durch kritische Rückmeldung oder Misserfolg entstehen. Spannendes Eintauchen in die Natur in Amerika auch gerne, wenn ich schon nicht selbst hinfahre, was doch immer mein Traum war. Die innere Entwicklung, die durch lebensgleiche Teilnahme möglich ist, kann mich verändern, wenn ich es anschliessend kommuniziere. Ich als weitgehend Arbeitslose mache hier den Einstieg in die Kommunikation von Träumen. Träume teilen! Warte auf weitere Kommentare…

    Antworten

Was denkst du?