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Ereigniszeit vs. Uhrzeit?

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Wenn man die Zeitwahrnehmung der einzelnen Kulturen der Welt betrachtet, so fallen sofort Unterschiede auf.

Finanzlust

In monetär orientierten Kulturen richtet sich das allgemeine Leben nach der Uhrzeit als Determinante, der sich alles unterwirft. Zeit ist Geld, um es auf den Punkt zu bringen. Abläufe, ob es Arbeitsabläufe sind oder Verabredungen richten sich nach der Länge, der vorher festgelegten Uhrzeit.
So ist beispielsweise ein Meeting zu einem bestimmten Thema von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr angesetzt, es endet um 12 00 Uhr +/- ein paar Minuten relativ pünktlich. Dabei ist es irrelevant, ob das Thema grundlegend besprochen wurde. Das Ziel dieses Meetings ist nicht die Beleuchtung von allen Seiten und das daraus entstehende Ergebnis, sondern es sind nur die Ergebnisse, die in der vorgegebenen Zeit erreicht werden können.
So bleiben Lösungen  eventuell vage und nicht definiert, was im schlimmsten Fall ein nächstes und ein übernächstes Meeting von Nöten macht.

Lebenslust

Dem gegenüber stehen andere Kulturen, die weniger am Gewinn orientiert sind, dort richtet sich das Leben nach der Ereigniszeit. Ein Ereignis oder eine Verabredung endet dann, wenn die Beteiligten ein natürliches Ende empfinden und dann auseinander gehen.
Auf dieser Erde leben ebenso Kulturen, deren Kalender sich ausschließlich nach den Jahreszeiten und den natürlichen Lebensabläufen der Pflanzen und Tiere richten, so, dass ein Einklang mit der Natur beibehalten wird. Hier wird den Menschen sogar eine gewisse Flexibilität abverlangt, weil nicht jedes Jahr, jeder Monat und jeder Tag so sind wie im Vorjahr, sondern die Natur den Rhythmus bestimmt.

Buchtipp

Robert Levine gibt in seinem Buch „Eine Landkarte der Zeit“ einen umfassenden Überblick über das Zeitempfinden der Kulturen dieser Welt und stellt eindrucksvoll dar, wie unterschiedlich Zeit empfunden, eingeschätzt und beurteilt wird.

Er stellt ganz klar heraus, dass, wenn man ein Leben sowohl nach Uhrzeit, wie aber auch nach Ereigniszeit lebt, man ganz gut in Einklang mit seinen eigene Zeitabläufen leben kann und die besten und effektivsten Ergebnisse, sowohl alleine als auch in Gemeinschaft erzielen kann.

Einen Blog beginnen

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Die erste Frage …oder aller Anfang ist schwer

Die Zeitansichten können Denkanstöße sein,
das war und ist jedenfalls mein Plan…

Allerdings habe ich lange gebraucht, um diesen ersten Blogbeitrag zu schreiben. Es lag schlicht und ergreifend an der Fülle der Themen, die sich ums Thema Zeit ranken.
Ich entschied mich für meine persönliche Sichtweise zum Thema Zeit.

Doch….. warum schreibe ich einen

Blog

und warum sollen ihn andere lesen? Wie macht man sich unabhängig von all den Aussagen und Texten anderer Menschen, die auch schon ähnliches oder gleiches publiziert haben?  Was macht meinen Stil und meine Darlegung der Dinge aus.

Es ist meine persönliche Sicht, mein Empfinden der Zeit, in der ich Dinge erledige oder nichts tue und wie ich sie beschreibe.

Die Zeit ist so individuell wie es Menschen gibt. Kategorisieren kann man sie höchstens, wenn man Menschen als zu ihrer Kultur zugehörig einteilt. Jede Kultur hat ihre eigene Zeitrechnung. Ansätze können hier sein von „Zeit ist Geld“ bis „Zeit, in der Ereignisse passieren, die man nicht geplant hat“. Wichtig ist ein Gleichgewicht zu finden, welches die Zeit, in der man seine Existenz erwirtschaftet und der Zeit, in der man sein privates Konto füllt, d.h. in dem man sein soziales Sein nährt, findet.

Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Gewichtung ich eigentlich meinem Leben zu Grunde legen möchte. Aufgewachsen mit dem Hinweis, das erst die Arbeit, dann das Vergnügen zählt, hat mich diese Lebensanschauung jahrelang begleitet und mir die Sicht für eine andere Auffassungen grundlegend verwehrt.

Es ist jeden Tag auf neue spannend, was alles passieren kann. Es gibt Fixpunkte, die jeden Tag bestehen, es gibt Ideen, was geschehen könnte, aber es herrscht auch ein großer Anteil an Flexibilität und Unwissen, sowie eine Neugier auf das Unbekannte, das Erkenntnisse zu Tage fördert, die mir nie in den Sinn gekommen wären.

Dass ich auf diese große Errungenschaft gestoßen bin, verdanke ich einer Zeit, in der ich mich nur von Ereignissen leiten ließ, die es mir ermöglichten, eine Sache vom Anfang bis zum Ende fertig zu denken. Aber auch abrupt zu beenden, sobald der Sinn verloren ging. Nun habe ich wieder Aktivitäten aufgenommen, die sich nach der Uhrzeit richten. Neben der von der Uhrzeit bestimmten Arbeiten habe ich mir aber Zeiträume bewahrt, die sich nach der Länge von Tätigkeiten und Ereignissen richten können, die mal kürzer, mal länger sind.
Wichtig ist mir die Gewichtung gefunden zu haben zwischen der von Uhrzeiten bestimmten Aktivitäten und denen, die vom Ereignis an sich bestimmt sind.

Fazit

Mir bleibt bei der Beantwortung meiner Eingangsfrage, warum überhaupt einen Blog schreiben keine andere Antwort, als die des Müssens.

Aus der Liebe zum Wort, ob gelesen oder aufgeschrieben, leitet sich die logische Konsequenz eines öffentlichen Blogs ab.
Schreiben ist Nachhaltigkeit, Veröffentlichungen machen anderen den Weg frei sich zu äußern und in einen Austausch zu gehen, gemeinsam neue Perspektiven zu ergründen und auszuloten.

Gute Zeit!