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Erwachsene Menschen von morgen

#29

Wo soll es hingehen?

Ich bemerke eine Massenüberflutung und eine Orientierungslosigkeit bei der jungen heranwachsenden Generation, die angesichts der Millionen von Meinungen ihre eigene immer schwieriger definieren können.

Junge Menschen erscheinen meist reflektiert und wissend, sind sie doch in einer sehr friedlichen wohlhabenden und wohlwollenden Umgebung aufgewachsen, mit einer großen Auswahl an Förderungen. Aber fordern sie diese auch heraus, die angebotenen Ideen und Werte zu überprüfen?

Können sie wirklich schon alles?

Sind sie in der Lage mal nein zu sagen zu Angeboten, die sie erhalten?  Oder suggeriert die Gesellschaft 4.0 ihnen, sie müssten schon alles wissen, angesichts der vielen Möglichkeiten und Erklärungen, die sie haben? Oder ist die Chance sich die Sahnehäubchen ohne Restriktionen und mit der größtmöglichen Freiheit auszusuchen schon so ein Privileg, das es keiner Unterstützung mehr bedarf?

Ich sage nein. Was oft vergessen wird, ist die fehlende Lebenserfahrung, die jeder Mensch machen muss, bevor er tatsächlich eigene Entscheidungen treffen kann. Die Herausbildung einer eigenen Identität, die immer noch genügend Zeit in Anspruch nimmt und durch die Beschleunigung nicht unbedingt schneller geworden ist, ist nicht immer leicht und bleibt eine Herausforderung für jeden. Gerade heute!

Der Beitrag der Elterngeneration

Sie sind immer noch jung und brauchen unsere Hilfe. Wir sind mehr denn je dazu aufgefordert, ihnen unsere Hand zu reichen und ihnen einen sicheren Rahmen zu geben. Dies kann meiner Meinung nach nur durch Transparenz und Aufklärung, unbedingtes Interesse und Authentizität dem eigenen Leben gegenüber geschehen. Mit allen Fehlern, die wir selbst haben.

Eine eigene Positionierung wird immer schwieriger angesichts der vielen Orientierungsbeispiele in Echt (Menschen), wie aber auch der Parallelwelt des Virtuellen, die Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene begleiten.

Verbote helfen da wenig, genauso wenig wie Verschweigen von unangenehmen Dingen, oder eigenen Fehlern.

Sicherheit und Authentizität sind meine Schlüsselwörter zur Begleitung von Heranwachsenden, um ihnen die Welt von Morgen zu überlassen.

Wie sagte Khalil Gibran so schön in seinem Text „Über die Kinder“

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken. (…) Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.

In diesem Sinne eine gute Zeit!

Tina

CES vs Ethik der Informations- und Kommunikationstechnologie

#9

Auf der jährlich stattfindenden CES in Las Vegas werden neuste elektronische und technische Erfindungen vorgestellt, die sich zu Standards entwickeln wollen.
Dies ist in erster Linie der Weiterentwicklung geschuldet, und es ist normal und gut so, sollte jedoch kritisch beachtet werden.

Wohin führt das? Und was gilt es zu beachten

Es führt zu immer mehr Abnahme an Tätigkeiten, sei es die Heizung oder andere Haushaltsprozesse zu programmieren , statt sie selbst zu regulieren.  Es führt dazu, dass immer weniger Menschen in Aktion miteinander treten, sondern eher in Kommunikation mit denen von ihnen programmierten Maschinen.

Wie schon in meinem Beitrag über den Film von Sven Opitz angemerkt, ist es immer mehr von Bedeutung zu unterscheiden, wo Technik Erleichterung bietet, die beeinflussbar ist und wo sie uns vorgaukelt, etwas zu erleichtern, das uns in Wahrheit aber die Freiheit der Selbstbestimmung nimmt.

Hierzu habe ich zwei sehr interessante Seiten verlinkt, die uns leicht und verständlich Trends sowie Werte und Grundhaltungen auf unserem Weg in der digitalen Gesellschaft vermitteln.

Das Fraunhofer Institut stellt einen gegenwärtigen Überblick über Trends von Soft- und Hardware, sowie Sicherheit in der digitalen Welt in kurzer und verständiger Sprache dar.

Die Gesellschaft für Informatik, die sich aus hochrangigen Vertretern der Informatik aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammensetzt, hat schon 1994 (erste Fassung) Ethische_Leitlinien für Informations- und Kommunikationstechnologie verfasst, die in allen Prozessen der Technisierung und Computerisierung allgegenwärtig sein sollten und vor allen Dingen den Menschen an sich, der im Gegensatz zu Maschinen unberechenbar bleibt als oberstes Kriterium an erster Stelle stehen lassen.

Wie wirkt sich das auf den Otto Normalverbraucher aus?

Die rasante Beschleunigung der Technologie verursacht bei vielen Menschen Probleme, sie werden unter Druck gesetzt. Sie haben Probleme sich abzugrenzen und sich sicher und unbeobachtet zu fühlen.

Aber der gesellschaftliche Sog der Beschleunigung in allen Belangen, sowie die Globalisierung, sprich das Agitationsfeld des Einzelnen , dessen Radius sich mittlerweile äquatorial- gleich auf den ganzen Globus bezieht, machen schlichtweg Angst, Angst vor Überforderung und Angst am Rand zu stehen, bzw. es nicht mehr zu verstehen.
Einige haben Probleme damit, ihre Kinder zu erziehen, da sie die rasante Beschleunigung mit erhöhtem Leistungsdruck verwechseln, statt mit immer sensiblerer Selektion, was man an Wissensstandards seinen Kindern anbieten soll, ohne sie zu überfordern. Immer mehr Menschen leiden an psychischen Verstimmungen und wissen sich nicht zu positionieren und ihren Platz einzunehmen. Sie leiden unter Zeitdruck und Stress und dem ständigen „Nicht- fertig- werden“ von was auch immer.

Dabei sollte doch in erster Linie eine ethische Grundlage vermittelt werden, die Leistungsdruck und damit auch Zeitdruck kritisch beäugt und eine eigenständige Sicht der Dinge hervorbringt.
Hinzu kommt die Angst vor Datenverlust und -missbrauch, sowie das uneingeschränkte Recht auf Informationsfreiheit und Nutzung.

Pamphlete der Gesellschaft für Informatik und Trends von führenden Instituten müssen so in das Bewusstsein der Mehrheit eindringen, dass ihnen die Angst genommen wird und sie sich frei entscheiden können, was sie nutzen und wie sie es nutzen und was mit ihren Daten geschieht.

Fazit

Eine strengere Kontrolle und stichprobenartige Untersuchungen in der Wirtschaft müssen gesetzlich festgeschrieben sein, um den Bürger vor Datenmissbrauch zu schützen. Außerdem das Recht aller Bürger auf einfache und transparente Erklärung neuster Technologien und Erneuerung bestehender technischer System, welche Sicherheit und eine effektive Nutzung für jedermann zur Folge hat.

Gute Zeit!