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Eine Betrachtung der Geschwindigkeit

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Das Leben ist viel zu schön, als es eilig an sich vorüber ziehen zu lassen.

Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch das Recht hat, nach seinen eigenen Rhythmen zu leben und sein berufliches und privates Leben danach auszurichten. So kann es möglich sein, dass man das Leben genießen kann, auch in Stresszeiten.
Wir messen unser Leben in Zeitabschnitte. Wir teilen es ein in Zeiten für Arbeit, für Familie, Freunde oder für uns selbst, unsere Hobbys oder die Muse.
Zeit gibt dem Leben einen Sinn, es macht das Leben fassbar, durch sie lässt sich das Leben in beliebig viele Erinnerungen einteilen. Es ist eine Konstante, die je nach Gefühlslage und Terminierung unterschiedlich lang empfunden wird.
Im Verlauf der letzten Jahre herrscht jedoch in der öffentlichen Diskussion häufig eine Negativkonnotation des Begriffs Zeit vor. Die Zeit wird als unerbittlicher Gegner des Menschen dargestellt. Es herrschen Könige mit Namen Deadline, Zeitdruck oder Zeitersparnis. Das Diktat der Zeit hat uns meist in der Hand, statt wir es.

Warum sind wir trotzdem so fasziniert von der Beschleunigung der Zeit

Hat der Mensch im Laufe der Gesellschaftsentwicklung immer mehr versucht, Prozesse zu vereinfachen, so ist ihm jetzt das Tempo zu schnell geworden. Die voranschreitende Technisierung und die globale Kommunikation zollen ihre Tribute, die Vernetzung und die unendliche Erreichbarkeit schaffen private Zeitinseln ab.
Viele Menschen wünschen sich jetzt wieder Veränderungen und fühlen sich zunehmend gehetzt, sie möchten diese Beschleunigung wieder verlangsamen, wünschen sich Flexibilität und Entschleunigung.

Doch wie konnte es soweit kommen?

Hat der Mensch doch selbst diese Beschleunigung gewollt und angezettelt.
Antworten gibt die Gesellschaft selbst, die uns suggeriert, dass wir zu jeder Zeit an irgendeinem Ort der Welt sein können, real oder virtuell. Dass wir tausend Dinge erleben können, wenn wir nur wollen und dass vielzählige Möglichkeiten an der nächsten Ecke lauern. …und das alles möglichst gleichzeitig.
Dass wir nur zugreifen müssen, wenn wir wollen. Wir können zu jeder Sekunde des Tages etwas tun.
Da bekommt es der eine oder andere mit der Angst zu tun, etwas zu verpassen, zu langsam zu sein oder schlicht vom Überangebot überfordert zu sein.

Wie kann es anders laufen?

Zunächst ist es sinnvoll, einmal in Ruhe nachzudenken, was uns persönlich wichtig ist.
Wenn wir dies wissen, können wir uns fragen, wie viel Zeit wir für die wichtigen Dinge verwenden. Entweder uns fällt auf, dass den Bedürfnissen genügend Raum und Zeit eingeräumt werden, oder uns geht ein Licht auf, dass für die eher ungeliebten andauernden Pflichterledigungen mehr Zeit aufgewandt wird, als uns lieb ist.
Dann stimmt auf unserem persönlichen Zeitkonto offensichtlich etwas nicht.
Hier können bewusst gesetzte Zeitinseln im Alltag das Konto wieder ins Gleichgewicht bringen. Ruhige, entspannte Beschäftigungen, der lange Blick aus dem Fenster oder einfach mal im Bett liegen bleiben, können erste Anfänge sein. Die optimale Zeitstruktur für sich zu finden ist eben ein fortwährendes Experiment für jeden und muss dem Lebensalter und der Lebenssituation immer wieder angepasst werden.

Vielleicht können folgende Fragen inspirierend sein:

Warum ist es heute so weit verbreitet, seine Zeit zu verplanen, immer etwas zu tun zu haben?
Warum ist es offensichtlich schick, immer Termine zu haben?
Verplante Zeit, um beschäftigt zu sein?
Ist denn nicht die freie Zeit, die Muse, etwas, das ebenso sinnvoll ist?
Kann man auch online sein, ohne ständig mitreden zu müssen?
Warum können wir uns nicht gegenseitig an unsere Zeitrhythmen anpassen?
Warum vertrauen wir nicht darauf, dass, wenn jeder nach seinen eigenen Rhythmen lebt, sich die Richtigen finden, die zusammen arbeiten oder zusammen leben oder Freizeit miteinander verbringen können?
Müssen wir ständig liken, uns äußern oder Angst haben, etwas zu verpassen?

Wie machst du das?

Beste Grüße und eine gute Zeit!