…und wieder ist ein bisschen Zeit vergangen..

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#22

Heute ist Günther Grass gestorben.

Er hinterlässt der Nachwelt einen unglaublichen Vorrat an Gedanken, Impulsen, Anregungen und Kontroversen durch Texte und Kunst.
Ich schätze seine Individualität und die Furchtlosigkeit, seine Gedankenwelt öffentlich zu machen.
Ich nehme seinen Tod zum Anlass selbst einen Zwischenstopp einzulegen.
Wie fühlt sich die Netzwelt nach einem knappen halben Jahr an.
Mal kurz anhalten und über die eigenen Texte für die Öffentlichkeit nachdenken.

Schreiben

Das regelmäßige Schreiben fordert heraus.
Fordert heraus, weil ich mich einfach nicht kurz fassen mag und kann. Weil ich gerne alle Infos hätte, die ich zu einem Thema finden kann.
Leider ist der Anspruch ein Fass ohne Boden. Noch verkenne und vergesse ich oft die große Narrenfreiheit der Bloggerei.
Keiner zwingt mich hier zu astreinem Journalismus.
Und da bewundere ich Menschen wie Günther Grass. Er hat auf sich gehört und das ihm Wichtige.
Gerade die Nonkonformität und Widersprüche regen die Menschen zum Nachdenken an.

Ehrlichkeit vs Ironie

Das Netz bietet Raum für alles. Raum fürs Normale, und Raum fürs Satirische, Ironische, Komische, Tragische oder auch Befremdliche. Das Schwierige an öffentlichen Äußerungen ist die Gratwanderung sich selbst nicht zu verlieren und seine Integrität zu wahren.
Verletzungen oder Meinungsverschiedenheiten sind nicht zu vermeiden, ein bisschen Schwund ist immer.
Außerdem mach ich mich angreifbar, je mehr Stellung ich beziehe.
-An diesem Punkt stehe ich jetzt-
Wie viel an gewollter Ironie/ Provokation will und darf ich zulassen. Was ist mein Maß? Muss ich überhaupt provozieren? Braucht es das, um dich als meinen Leser zu halten? Was möchtest du lesen?

Meine Motivation

Meine eigentliche Motivation ist informieren, aufklären, Impulse geben. Mich nerven Endlosdebatten, die immer einen Schuldigen suchen. Mich nerven diese ewigen negativen Zuschreibungen und Rechthabereien. Gerade ich als Frau und Mutter lese natürlich immer wieder Debatten über Frauen, Kind, Karriere, Familie, Männer, Erfolg oder verschiedene Lebensentwürfe. Und immer wieder tauchen zu all den Themen Provokationen auf. Eine Seite hetzt immer gegen die andere, obwohl gegenseitiges Respektieren und von einander lernen viel sinniger wäre.
Warum nicht mal eine Lobhudelei auf die Vielfalt oder Vereinfachung eines Themas auf zentrale Werte.
Werte wie Geborgenheit, Ehrlichkeit und Respekt vor der Individualität jedes Einzelnen  in einer Familie. Diese eindeutigen Werte sollten doch in jeder Familie von wichtiger Bedeutung sein, egal ob Karrierefamilie oder altes Rollenmodell.

Manchmal frage ich mich:  Ist diese Haltung vielleicht zu einfach und berücksichtigt die Vielfalt gerade eben nicht?
Dann aber sage ich mir, gerade die Einfachheit kann doch so entlastend sein und den Wunsch danach, den hat doch so ziemlich jeder, oder?

Gute Zeit!

Was denkst du?